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Moin

Dass die aktuelle Situation entspannt ist, lässt sich nicht guten Gewissens behaupten.
Bislang haben sich die guten Bundesbürger ja innerlich damit getröstet, dass die Klimakatastrophe hauptsächlich woanders zuschlägt. Nun denn, das ist ähnlich blöde wie der Versuch, bei Regen keine Tropfen abzubekommen. Das geht nur in der überdachten Stube. Und die brennt. Auch hier, da hilft keine rosa Brille, keine mit Salatdiesel und Klopapier gut befüllte Vorratskammer, es gibt kein Entrinnen. Durch die immer schneller zunehmende Erwärmung verlor Deutschland seit 2000 etwa die Wassermenge des Bodensees.
Guxdu Tagesschau und Deutschlandfunk.
Unsere Landwirtschaft, ja zur Zeit intensiv damit befasst, Autotreibstoff und irrationales Futter für die Tierfolteranstalten zu erzeugen, wird durch die verdunstungsintensiven großflächigen Monokulturen immer mehr dazu übergehen, noch mehr Wasser auf diese Grünwüsten zu pulschern. Es kann einigen Leuten einfach nicht schnell genug gehen mit der Komplettverwüstung unserer Welt.

Übrigens: Beim Duschen mit 16l Wasser pro Minute und 7 Minuten durchschnittlicher Duschzeit werden 112 Liter Wasser verballert.
...ääh...
So ein Druckreduzierdingsbums gibts bei Eisenkarl für ein paar Groschen, mit 8 Litern pro Minute duscht es sich auch ganz wunderbar. Und 7 Minuten mag ja für ein Quickie zu zweit etwas knapp sein, aber zum Waschen ist es sehr reichlich.

Aber was hat denn Großwesir Lindner damit zu tun?
Na, der kann das garnicht erwarten, wieder deftig aufs Gaspedal zu treten und alles in Schutt und Asche zu kriegen. Was tut man nicht alles für den lange ersehnten Klimawandel und tropische Sommer am Polarkreis. Wahrscheinlich hat er grad eine Ladung frisches Koks in den Keller geschaufelt, weshalb er jetzt keine Kohle mehr hat und unbedingt auf Volkes Kosten seinen Flitzer betanken will.

Vermutlich geht ihm die Verwüstung der Erde und das Entfernen überflüssiger proletarischer Bevölkerungsschichten zu langsam und er schlägt deshalb vor, statt erneuerbare Energien, öffentliche Verkehrsmittel und gesunde Transportmittel wie Fahrräder und Schuhe zu stützen, lieber den steigenden Treibstoffpreis für die Autos von denen bezahlen zu lassen, die nicht genug Geld für ein Fahrrad haben.

Klar, sind ja konsumverweigernde Wirtschafsschädlinge, die muss man stoppen, damit wieder ordentlich was los[t] ist auf den Autobahnen.

Oder wie ist zu interpretieren, dass der gleiche Fräggl, der staatliches Eingreifen im ziemlich kaputten sozialen Wohnungsbau für Totalitarismus hält, bei Benzinsubvention für die Betuchteren meint, das sei cool? Taz
Selbst seine Mitferengi, normalerweise nicht durch Gewissensbisse aus der Ruhe zu bringen, haben an der Qualität des Konzepts gewisse Zweifel. So zum Beispiel der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratscher:

das ist Umverteilung von unten nach oben, von der vor allem Besserverdienende profitieren

Wahrscheinlich sorgt der sich um sein Häuschen irgendwo an der Küste gleich hinter dem Deich, weshalb er das Ankurbeln des Spritverbrauchs nicht so toll findet.
Recht hat er trotzdem.